Bea von Malchus – nur schon dieser Name . . . . 

 

Unser Präsident schwärmte schon lange von den Theaterkünsten dieser aussergewöhnlichen Frau und wollte sie gerne wieder einmal fürs w.u.k.-Publikum engagieren. Viel Publikumsaufmarsch erwarteten wir am 5. Februar 2010 zwar nicht, da die deutsche Künstlerin in der Schweiz nicht sehr bekannt ist und der Anlass in die Sportferienzeit fiel, und doch fand sich ein interessierter Kreis von über vierzig Leuten vor der Bühne ein. Diese  war nicht sehr spektakulär ausstaffiert, einzig eine Stoffbank in fader Farbe sollte bis zum Schluss des Auftritts das einzige Requisit sein. Sollte das etwa reichen für ein Abend füllendes Programm? 

Doch dann kam sie . . . . .  mit einem Goldköfferchen, setzte sich auf diese Bank neben ihren imaginären Mann, neben ihren imaginären Enkel und begann, diesem auf einer mehrere hundert Kilometer langen Bahnreise die Langeweile mit Geschichtenerzählen zu vertreiben. 

Die mitreisenden Personen wurden schlagartig lebendig, genauso wie die Helden, holden Frauen und Abenteurer aus der Nibelungen-Geschichte. Lug und Trug, Hass, Anbetung, Eifersucht, Treue, einfach die ganze Palette menschlicher Irrungen und Wirrungen und Beziehungen: Die Frau auf der Sitzbank im Zugsabteil konnte die unterschiedlichsten Charaktere mit einfachsten Mitteln (nur Gestik, Mimik, Stimme) so unglaublich glaubhaft darstellen, dass die Gestalten urplötzlich zum Leben erweckt wurden.  

Ein Abend, der in allen helle Begeisterung auslöste! 

 

Rosi Roeschli für WuK 

 

    Bea von Malchus «Die Nibelungen» – 5. Februar 2010