75 Jahre

«Suonate Campane» – Es läuten die Glocken 

im MZR Dammbühl 

 

Ein etwas düsteres Bild mit einem Gestänge voller kleiner Glocken, Herr Giger, der Begleiter an der klassischen Gitarre und eine Sängerin in einem nachtblauen, schlichten Taftkleid (allerdings mit weit ausladenden Ärmeln bis weit unter die Kniekehlen, innen gelb gefüttert und im Scheinwerferlicht funkelnd, von der Form her an Glocken erinnernd), so präsentierte sich das Bühnenbild den rund 40 Zuschauern im Mehrzweckraum über den ganzen Auftritt.  

 

Schillernd die "La Lupa": Auf dem Kopf eine sehr gewagte Kreation, ein Licht reflektierendes Metallgebilde in angedeuteter Glockenform. Ein klares Gesicht, umrahmt von grellroten Haaren.....Wie üppig die Dekoration auch ausfällt, es ist diese Klarheit des Gesichtes, die eigenartig fasziniert.  

 

La Lupa beherrscht alle Facetten einer Schauspielerin, erzählt einmal nüchtern profan, wie sich die Legierung für einen Glockenguss zusammensetzt und gleich darauf leidenschaftlich wild skurrile, teilweise schauerliche Geschichten rund ums Thema. Immer der passende Gesichtsausdruck, ob sie von bösen Mönchen erzählt, welche Menschen unter wuchtige Glocken steckten und dort verhungern liessen oder einem chinesischen Kaiser, der ein Jungfrauenopfer verlangte, um den Klang einer Glocke zu verfeinern. Manchmal war La Lupa mehr Schauspielerin, manchmal mehr Sängerin mit wunderbar kraftvoller, ausdrucksstarker Stimme.  

 

Ihr Auftritt war oft auch poetisch, tiefgründig, feinsinnig, oder sie wirkte wie die Spielfigur in einer Musikspieldose mit lebensgrossen Figuren, wenn sie sich langsam und steif um sich selber drehte.  

 

Mit dieser Aufführung brachte w.u.k. ein anspruchsvolles Programm für ein anspruchsvolles Publikum nach Wängi.  

 

Rosi Roeschli für WuK 

    La Lupa & Walther Giger – 1. Oktober 2010