„fabulös tabulos“ im MZR Dammbühl 

 

Frech, mitreissend und äusserst humorvoll spielte das Quantett Johannes Kobelt in Wängi. Das Publikum war begeistert.  

 

«Fabulös tabulos» ist nicht einfach das zwölfte Programm von drei Vollblutmusikern, die seit vier Jahrzehnten auf der Bühne stehen und dem Publikum Melodien und Rhythmen mit mehr als 20 Instrumenten vorspielen. Die Musik vom Johannes Kobelt Quantett ist längst schon Kult und die Eigenkreation «Quantett» ist in der Musikwelt zum Begriff geworden. Ein Ensemble, das zu dritt im gleichen Konzert mehr als 20 Instrumente und mindestens fünf verschiedene Musikarten spielt, ist ein «Quantett.»  

 

Über 70 Besucherinnen und Besucher kamen am vergangenen Freitagabend auf Einladung der w.u.k. im Mehrzweckraum Dammbühl auf ihre Rechnung. Mit Zwischenrufen und tosendem Applaus nach verschiedenen Stücken zeigte das Publikum immer wieder seine totale Begeisterung.  

 

Vreneli und Steinerchilbi 

Katharina Kobelt, Adrian Bodmer und Johannes Kobelt brachten verschiedene Musikarten und –Stile nicht etwa durcheinander, sondern in einer ausgewogenen, bunten Mischung in mehr als 20 Stücken zur Darstellung. Bereits der Anfang mit den mehr oder weniger bekannten Schweizermelodien liess immer wieder aufhorchen. War das jetzt nicht das «Vreneli ab em Guggisbärg» oder gar die «Steinerchilbi» die melodiös durchschimmert? Es folgten russische, ungarische und klassische Stücke, wie gewohnt auf «quentettische» Art, lustvoll, virtuos, witzig und höchst einfühlsam und fast poetisch. Zwischendurch auch leicht schräg, doch immer passend und auf höchstem Niveau.  

 

Von Bach bis New Orleans 

Wenn die Interpreten ihre zum Teil sehr alten Instrumente vorstellten ging jeweils ein Raunen durch die Zuschauerreihen. Niemand zweifelte an der Aussage von Johannes Kobelt, der augenzwinkernd erklärte, dass dieser Kontrabass vor 320 Jahren eigens für ihn gebaut worden sei. Wenn Adrian Bodmer sachte und gefühlsvoll seine 430 Jahre alte venezianische Gitarre streichelte, schien für einen ganz kleinen Moment die Zeit still zu stehen. Mit einer 250– jährigen Tanzmeistergeige überraschte Katharina Kobelt die Gäste. Mit dem Querschnitt durch die Klassik und den groovigen Jazz zeigte das Quantett mit welcher musikalischen Vielfalt und Können sie auch diese Musikart perfekt beherrschen. Ein fast nicht enden wollender Applaus beendete den besonderen Abend.  

 

Ruth Bossert (Text und Foto) 

    Quantett Johannes Kobelt – 7. Oktober 2011