Manchmal wird man schon am Sonntagmorgen vor eine schwierige Entscheidung gestellt: Soll man den Anlass wirklich draussen durchführen? Mit  gutem Willen liess sich ein sanftes Blau hinter den Wolken erahnen und man entschied sich für „open air“, nicht zuletzt, weil der Platz vor dem Neuhaus grosszügig mit Schirmen ausgestattet war. Die Besucherzahl passte sich dann den Schirmen an. Es kamen genauso viele Leute, wie unter diesen Platz hatten.... 

 

Sie wurden für ihr Kommen bei diesem zweifelhaften Wetter allerdings belohnt. Mit lüpfigen Stücken begeisterten zuerst die Lauchetaler Örgelifeger in ihrer frischen Art. Der tolle Service vom Neuhaus und der „Schlorzi“-Eintopf liessen die Leute die Kälte vergessen. 

 

Die Luusbuebe nachher erfüllten das Klischee, das man gemeinhin von einem Luusbueb hat: ein bisschen frech, gehen furchtlos an die Grenzen und manchmal etwas darüber hinaus, sind lustig und immer zu Streichen aufgelegt. Das Ganze aber immer mit einem Schuss Charme.... So erzählten uns die vier Musiker mit Worten und verschiedensten Instrumenten Geschichten aus dem Alltag, nicht ganz ernst gemeinte Geschichten, eher skurril, aber immer mit sehr grossem Unterhaltungswert. Der Grossvater von einem fällte im Bündnerland einen Baum, dieser fiel in den Rhein, der Grossvater klammerte sich an den Stamm, schwamm mit bis Basel, kam von dort nach Paris, lernte seine zukünftige Frau kennen: Edith Piaf! Es folgte ein Mischlied Piaf-Schweizer Volksmusik. Oder die Geschichte mit Hasselhoff, dessen Musik man auch mit Ländler mischte: Er zog von der Alp nach Amerika, klebte sich ein Stück Schaffell auf den Kopf, die Brust und an die Waden. Das Fett im Fell gab ihm dann Auftrieb als Rettungsschwimmer bei „Baywatch“. - „Anneli wo bisch geschter gsii“ tönte mehr türkisch als schweizerisch und ein Stück von Michael Jackson wurde auf unübliche Art und Weise in Schweizer Volksmusik mit dem Titel „Pinguin im Koffer“ umgewandelt. So gäbe es noch viel, viel mehr zu erzählen.  

 

Ob die Geschichten zu den Liedern stimmten? Wer weiss schon so genau, ob immer stimmt, was die schlitzohrigen Luusbuebe den lieben langen Tag so alles erzählen... 

 

Rosi Roeschli für WuK 

    W.u.K.-Open-air: «Wyfelder Luusbuebe» in Wängi – 8. September 2013