Menschenleere Wildnis mit bizarren Stein- und Eisformationen von atemberaubender Schönheit, Berge, die sich in kristallklaren Seen spiegeln und eine tiefstehende Sonne, welche in die Taiga-Landschaft mit Moosen, Flechten und Nadelbäumen lange Schatten wirft. Unendliche Weite.... 

 

Gerade diese Urtümlichkeit reizte Andreas Hutter, und er nahm die stattliche Anzahl Zuschauer am Freitagabend auf einen Trip in Wort und Bild mit durch den Yukon in Kanada. Als junger Mann startete er mit erfahrenen Kumpels, Paddelbooten und sehr wenig Ausrüstung sein mehrmonatiges Abenteuer. Die Gäste im Neuhaus folgten ihm begeistert, freuten sich über schöne Aussichten und litten mit, wenn der Weg zu Wasser wieder einmal bedrohlich wurde.  

 

Manchmal musste dann alles Material mit Flaschenzügen die Böschung hinaufgezogen oder ein Canyon umwandert werden. Man wähnte sich mitunter in der Eiszeit, wenn die Gletscher links und rechts in die Flüsse hinein wuchsen. Die Abenteurer trotzten vielen Widrigkeiten: Minusgraden weit unter null, gefährlichen Stromschnellen und unwegsamem Gelände mit meterhohem Tiefschnee. Zum Glück war ein Österreicher dabei, der alle Probleme relativierte und sogar bei -30 Grad meinte: „Jo mei, des passt...“ 

 

Am Schluss der 1500 km langen Reise wartete die Fähre auf sie und gleichzeitig die Zivilisation in Form einer Gruppe Indianer, welche schon seit Generationen diese Gegend bevölkern. Von einem ihrer Vertreter, William, liess Andreas Hutter sich gut zehn Jahre später während Monaten in die Geheimnisse des Jagens von Karibus und Elchen, des Fallenstellens für Marder und des Fischens einweihen. Und er lernte, wie man es schafft, zehn ausgeweidete Karibus auf die offene Ladefläche eines Transporters zu türmen. Viel hat sich allerdings seit 1750 verändert, als die ersten Weissen in Kontakt mit den Indianern kamen und sich die Lebensweisen vermischten.  

 

Die w.u.k.-Gäste zeigten sich fasziniert von den Schilderungen und viele äusserten ihre diesbezüglichen Sehnsüchte. Allerdings: nachts so frieren oder einen Biber mit Haut und Fell auf den Grill legen wie im Dia gezeigt, das müsse dann nicht unbedingt sein, gestand man sich gegenseitig ein, während man in der Pause und am Schluss angeregt und gemütlich im Neuhaussaal miteinander plauderte und den Abend mit einem Drink zufrieden ausklingen liess.  

 

Rosi Roeschli für WuK 

     Andreas Hutters abenteuerliche Touren in Yukon, Kanada – 19. September 2014